24.01.2013

Zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt

Zweieinhalb Millionen Menschen waren im Dezember 2011 in Deutschland pflegebedürftig. Mehr als zwei Drittel – 1,76 Millionen – von ihnen wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zu Hause versorgt.

Von diesen erhielten 1,18 Millionen ausschließlich Pflegegeld – sie wurden in der Regel allein durch Angehörige gepflegt. Weitere 576.000 Pflegebedürftige lebten ebenfalls in Privathaushalten, sie wurden jedoch teilweise oder vollständig durch ambulante Dienste gepflegt. In Heimen vollstationär betreut wurden 743.000.
Im Vergleich zu 2009 ist die Zahl Pflegebedürftiger in Heimen um 3,6 Prozent gestiegen. 3,8 Prozent mehr Menschen werden durch ambulante Dienste betreut. Diese Angaben beruhen auf Befragung der Heime und ambulanter Dienste durch Statistische Ämter der Länder und des Bundes. Wie stark die Zahl derjenigen gewachsen ist, die ausschließlich durch Angehörige versorgt werden, ist laut Destatis statistisch schwer zu erfassen. Stütze man sich auf die Daten der Pflegekassen, könnten es rund zehn Prozent mehr sein. Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zu den Leistungsempfängern der Pflegeversicherung deuteten auf einen geringeren Zuwachs. Ursache seien Änderungen bei der Datenmeldung.
„Diese Zahlen zeigen einerseits die enorm wachsende Bedeutung der Pflege in Deutschland und andererseits, dass immer mehr Menschen auf Pflegeleistungen angewiesen sind“, kommentiert das „Bündnis für gute Pflege“ die Statistik. Der Zusammenschluss von 21 Verbänden fordert daher maßgeschneiderte Leistungen für Pflegebedürftige, bessere Unterstützung und Anerkennung für pflegende Angehörige, attraktivere Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und um das finanzierbar zu machen: eine solidarische Finanzierung der Pflege. (tu)