02.12.2011

AIDS-Hilfe in Afrika

Tansania ist eines der ärmsten Länder der Erde. Und nur in drei Ländern weltweit gibt es mehr HIV-Infizierte. Mit internationaler Hilfe werden in vielen Regionen Versorgungsprojekte initiiert und Therapiezentren gegründet. Seit 2007 gibt es außerdem ein nationales HIV-Programm. Dadurch gelingt es, das Tabu um HIV langsam aufzubrechen. Doch der Weg zur Eindämmung der Epidemie ist mühsam.

Die Orte, an denen HIV weitergegeben wird, tragen Sehnsuchtsnamen wie „Kilimanjaro“ oder „Half London“. Es sind kleine Gasthäuser aus Holz oder Lehm an einem abschüssigen Weg, der das Dorf Igabiro mit einem Fischereihafen am Westufer des Victoriasees verbindet. In diesen Gasthäusern kurz vor der Grenze zu Uganda übernachten jene Fischer, denen die bunten Holzboote unten am See gehören. Viele Monate lang fahren sie jede Nacht hinaus auf den See, weit weg von ihren Familien, auf der Suche nach Tilapia, dem Victoriabarsch. Das wenige Geld, das die Fischer einnehmen, wird nur teilweise zurückgelegt. Die Nachmittagsstunden sind die Zeit des Alkohols und der käuflichen Liebe. Und weil die Armut groß ist in der Region, legen sich nicht nur Prostituierte auf die dürftigen Matratzen, sondern auch Mädchen aus dem Dorf. Sie tragen das Virus in die Familien. Es gibt keinen Haushalt in Igabiro ohne HIV-Infizierte. Jede Familie hat Erfahrungen mit Todesfällen durch AIDS.

Tansanische Krankenschwestern im mobilen Einsatz

Arbeiten im Ausland.

Heilberufe 12/2011