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01.07.2010
bad kritisiert „Modell Niedersachsen“
Mit Kritik hat der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad e. V.) auf das im Herbst startende „Modell Niedersachsen“ (MoNi) reagiert. Danach sollen speziell fortgebildete medizinische Fachangestellte in hausärztlich unterversorgten Regionen im Auftrag des Arztes auch Behandlungspflege übernehmen.
„Examinierte erfahrene Pflegefachkräfte aus bestehenden Pflegediensten einzusetzen, wäre für die Kassen kurz- und langfristig mit Sicherheit billiger und qualitativ verlässlicher, als medizinische Fachangestellte erst einmal kurz fortzubilden und dann als Neulinge Wunden versorgen oder ärztliche verordnete Medikamente verabreichen zu lassen“, sagt Andrea Kapp, Geschäftsführerin Nord des bad. Grundsätzlich gehöre die so genannte Behandlungspflege, zum Beispiel Verbandwechsel, Blutdruckmessungen oder Medikamentengaben, zu den Kernkompetenzen von examinierten Pflegefachkräften, die sie auf ärztliche Anordnung hin übernehmen, so Kapp weiter. Dafür müssten sie nicht erst gesondert qualifiziert werden. In Mecklenburg-Vorpommern etwa führten bereits examinierte, speziell geschulte Pflegefachkräfte mit Laptop in ärztlich unterversorgten Regionen selbstständig Behandlungspflege aus (Modell AGNES). In Niedersachsen reiche aufgrund der insgesamt höheren Ärztedichte ein „niedrigschwelliges“ Angebot aus, hatte die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) argumentiert.
Dazu Kapp: „Mit Vertretern der ambulanten Pflege, die ohnehin mit vielen Gesundheitsberufen zusammenarbeiten, hat die KVN als Initiatorin des Projekts jedenfalls nicht gerade das Gespräch gesucht.” Vielmehr habe ein Runder Tisch von KVN und Landesregierung im Oktober 2009 die Chance ignoriert, examinierte erfahrene Pflegefachkräfte aus ambulanten Diensten in den betroffenen ländlichen Regionen einzusetzen. (tu)