26.02.2010

Sexualität und Stoma: Leben nach Rektumkarzinom

Obwohl eine Stomaanlage heute zu den Standardeingriffen zählt, hat sie weitreichende Auswirkungen auf das Leben der Erkrankten. Das gilt besonders dann, wenn Betroffene noch vergleichsweise jung sind. Wie kann eine junge Frau lernen, mit der Diagnose, dem Eingriff und dessen Folgen umzugehen? Und wie findet sie ihren Weg zu einer veränderten Sexualität?

Sexualität ist mehr als Geschlechtsverkehr. Sie steht in engem Zusammenhang mit unserer Persönlichkeit, unserem körperlichen Befinden und unserer Lebensgeschichte. Sie ist essentielles Grundbedürfnis und zentraler Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung und Identität. Eine Krebserkrankung setzt jedoch neue Prioritäten.

Der Fall: Die 45-jährige Patientin lebt in einer heterosexuellen Partnerschaft. Aufgrund eines Rektumkarzinoms wurden Teile des Rektums entfernt und der After chirurgisch verschlossen werden, um unwillkürlichen Stuhlabgang auszuschließen. Die Patientin wurde daher mit einem Stoma versorgt. Die Patientin trifft zugleich auf mehrere Schwierigkeiten: Zum einen wurde sie mit einer lebensbedrohlichen Diagnose konfrontiert, zum anderen wird im Laufe der Zeit das Bedürfnis nach Nähe zum Partner wieder wachsen. Dieses Bedürfnis oder der Wunsch nach Sexualität kann nach der Konfrontation mit einer entsprechenden Diagnose wichtiger werden, weil Sexualität auch Leben bedeutet. Krankheit und Tod bekommen weniger Gewicht und verlieren für einen Moment ihren Schrecken. Ist ein Stoma vorhanden, wird es für das Paar jedoch ungleich schwerer, unbefangen mit Sexualität umzugehen.


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Heilberufe 2/2010