25.02.2010

Psychische Belastungen und Beanspruchungen des Pflegepersonals in einer stationären Altenpflegeeinrichtung

Der Mangel an qualifiziertem und motiviertem Personal stieg mit dem hohen gesellschaftlichen Bedarf an Leistungen in der Altenpflege an. Die Pflegekräfte beklagten bei ihrer Tätigkeit in Altenpflegeheimen erhöhte körperliche und psychische Belastungen und daraus folgende Beanspruchungen, die sich negativ auf die Arbeits- und Bleibemotivation auswirkten. Daher wurde beispielhaft in einer Altenpflegeeinrichtung mit 75 Bewohnerplätzen untersucht, ob und in welchem Maße die psychischen Belastungen und Beanspruchungen bei den Pflegekräften auftraten.

Anfang 2006 startete die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) die Kampagne „Aufbruch Pflege“ mit dem Anliegen, dass sich politische Entscheidungsträger und Pflegeeinrichtungen stärker für die Gesundheit und Motivation der in der Pflege tätigen Menschen einsetzen. Die Altenpflege wurde dabei als ein bedeutendes Arbeitsfeld im Bereich der Pflege beschrieben, da sich die Bedingungen speziell in Altenpflegeheimen durch die veränderte Bewohnerstruktur mit einer Zunahme an multimorbiden Bewohner, einer höheren Arbeitsverdichtung und höheren Auflagen hinsichtlich der Pflegequalität verschärft haben. Die Pflegekräfte beklagten bei ihren Tätigkeiten in Altenpflegeheimen erhöhte körperliche und psychische Belastungen und daraus folgende Beanspruchungen, die sich negativ auf die Arbeits- und Bleibemotivation auswirkten [10]. Dies zeigte sich auch in einer Befragung aus dem Jahr 2003 der BGW und der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) zu Arbeitsbelastungen der Beschäftigten in der stationären Altenpflege. Demnach litten Pflegekräfte um fast 50% häufiger an psychosomatischen Beschwerden als andere Berufstätige [3].

Ausgehend von Beschwerden der Pflegekräfte der Untersuchungseinrichtung über hohe psychischen Belastungen sollte standardisiert untersucht werden, wie diese Mitarbeiter die psychischen Belastungen und Beanspruchungen an ihrem Arbeitsplatz bewerteten und ob Unterschiede zwischen den einzelnen Wohnbereichen existierten.

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HeilberufeSCIENCE 1/2010