23.02.2010

CSU: Totgeburt Pflege-TÜV wird durch Evaluation nicht besser

Den sofortigen Stopp des Pflege-TÜVs hat die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) gefordert. Sie stellt sich damit gegen Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), der die Heimkontrollen bewerten und gegebenenfalls verbessern will.

„Eine Totgeburt wird (...) durch Evaluation nicht lebendig“, sagte Haderthauer in der „Süddeutschen Zeitung“. Anlass war ein Treffen von Verbraucherschützern mit Kassen- und Pflegevertretern sowie Wissenschaftlern, um sieben Monate nach seinem Start eine Zwischenbilanz des Prüfsystems zu ziehen. Die Politikerin kritisierte, schlechte Noten könnten zu leicht durch gute ausgeglichen werden, der Pflege-TÜV könne die Qualität nicht messen und sei zu bürokratisch. „Ich fordere Gesundheitsminister Philipp Rösler eindringlich auf, dieses Trauerspiel zu beenden“, so Haderthauer. Die stationäre Pflegebranche in Deutschland erleide derzeit einen Vertrauensschaden, von dem sie sich nur schwer erholen werde.
„Die Pflegenoten abzuschaffen hieße, wieder einen Deckmantel über die Pflegeeinrichtungen mit den schlechten Pflegenoten zu legen und es gleichzeitig den Menschen schwerer zu machen, ein gutes Pflegeheim zu finden“, entgegnete Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbandes der Pflegekassen. „So viel Transparenz wie heute war bei den Pflegeeinrichtungen noch nie und über diese neue Transparenz sind wir im Interesse der Heimbewohner und ihrer Angehörigen sehr froh.“ (tu)


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