01.02.2010

Lebenslanges Lernen in der Pflege

Die Diplom-Pflegewirtin Karoline Hoch ist die Gewinnerin des Pflegewissenschaftlichen Förderpreises 2009 der Marseille-Kliniken AG. Der führende börsennotierte Pflegedienstleister verlieh die Auszeichnung am 29. Januar 2010 beim Berliner Kongress „Pflege 2010“ zum siebten Mal.

Karoline Hoch erhielt den mit 7.500 Euro dotierten Preis für ihre Diplomarbeit „Implementierung von Expertenstandards anhand eines Multiplikatorenmodells – Evaluation des Lerntransfers einer betrieblichen Weiterbildungsmaßnahme“. Betreut wurde der Beitrag von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Der Förderpreis der Marseille-Kliniken, die deutschlandweit 60 Einrichtungen der stationären Altenpflege mit mehr als 7.800 Betten betreiben, richtet sich insbesondere an den wissenschaftlichen Nachwuchs. Mit der Auszeichnung sollen junge Pflegewissenschaftler geehrt werden, die mit ihren Arbeiten einen herausragenden Beitrag zur Entwicklung der Pflegeforschung leisten.

Wie in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung sind auch in der Pflege wissenschaftliche Studien und Forschungsprojekte Grundlage täglicher Arbeitsabläufe. Das gilt sowohl für die pflegerische Betreuung als auch für die Ausbildung von Pflegekräften. Die Marseille-Kliniken AG unterstützt aktiv diese zunehmende Professionalisierung der Pflege. Die Diplom-Arbeit von Karoline Hoch zeigt, dass arbeitsbegleitende Lernarrangements vor allem in der Pflege sinnvoll sind. Denn sie ermöglichen den Mitarbeitern ein lebenslanges berufliches Lernen und lassen den Betrieb zur lernenden Organisation werden. Grundsätzlich gestaltet sich die Umsetzung von wissenschaftlich fundierten Expertenstandards in die tägliche Praxis der Altenpflege oft schwierig. Anhand einer qualitativen Studie hat die Diplom-Pflegewirtin ausgewertet, inwieweit überhaupt eine Integration des in der Weiterbildung vermittelten Wissens in die berufliche Praxis der Teilnehmer einfließt. Ergebnis war, dass in den Arbeitsalltag integrierte Schulungen in Form von Multiplikatorenmodellen ein effizientes Mittel sind, um Wissensdefizite der Mitarbeiter nachhaltig aufzuarbeiten. Die Multiplikatorenmodelle haben eine hohe Praxisrelevanz und lassen sich sinnvoll in jeweilige Arbeitsfelder transferieren.

Der Preis wurde auf dem Kongress „Pflege 2010“ im Rahmen des Symposiums „Pflegeforschung für das Alter“ verliehen. In diesem Symposium haben namhafte Experten des Gesundheitswesens unter den Stichworten Multimorbidität, Polypharmazie und Pflegebedürftigkeit die Frage diskutiert, ob alte Menschen im Gesundheitssystem gut versorgt sind. Für 2010 wird der Pflegewissenschaftliche Förderpreis der Marseille-Kliniken AG zum achten Mal ausgeschrieben. Eingereicht werden können Arbeiten, die 2006 und später abgeschlossen wurden, z.B. Buch- und Zeitschriftenpublikationen, Habilitationsschriften, Dissertationen sowie Projektberichte.

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