01.02.2010

Akademiker ans Bett

An der Katholischen Stiftungsfachhochschule München (KSFH) können erstmals in Deutschland angehende Altenpfleger praktisch arbeiten und zugleich studieren. Parallel zum neuen Studiengang „Pflege dual“ wurde an der KSFH ein ebenfalls bundesweit einmaliger Stiftungslehrstuhl für „Gerontologische Pflege“ geschaffen.

„Bei diesem Studiengang mit dem für Deutschland einzigartigen Profil ´Gerontologische Pflege´ wird besonders der alte und alternde Mensch in den Mittelpunkt gestellt“, sagte Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Bernd Reuschenbach auf einem Festakt. Der Bachelor-Studiengang „Pflege dual“ ermögliche eine den gestiegenen Ansprüchen angemessene Ausbildung und solle sogleich das Berufsfeld der Altenpflege attraktiver machen. „Wir wollen eine Akademisierung ans Bett“, bekräftigte Reuschenbach, der selbst eine Ausbildung zum Krankenpfleger abgeschlossen hat.
Laut dem Präsidenten der KSFH, Prof. Dr. Egon Endres, wird der zum Wintersemester gestartete Studiengang bereits sehr gut angenommen. Mit 57 Plätzen seien bei weitem mehr Studienplätze vergeben worden als vorgesehen war. Die Nachfrage sei weiterhin sehr groß. 
„Wir benötigen nicht nur mehr Pflegekräfte, sondern wir müssen sie auch in die Lage versetzen, diesen hoch anspruchsvollen Beruf souverän zu meistern. Wir brauchen allerdings keine abgehobenen Theoretiker am Pflegebett, sondern erfahrene Pflegeexperten, die Theorie und Praxis auf einen Nenner bringen“, sagte Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer in einem Grußwort. Im Vordergrund stünden immer der Mensch und das optimale Eingehen auf seine individuelle Situation als Pflegebedürftiger. Dass sich der Studiengang „Pflege dual“ der KSFH genau daran orientiere, zeigten die Studienschwerpunkte „Gerontologische Pflege“, „Palliativpflege“ und die „Begleitung Sterbender“. (tu)